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Aktualisiert am 08.07.2009

    Kastrationsaktionen

    Trotz aller Widerstände konnten wir im Sommer 1999 eine erste Kastrationsaktion durchführen. Dabei durfte ein deutscher Tierarzt nur im "privaten Bereich" Katzen von deutschen und einheimischen Tierfreunden medizinisch versorgen.

    Im Herbst 1999 wurde die erste Kastrationsaktion für Hündinnen in der Hundestation auf Porto Santo unter der Leitung von Vetfunchal / Madeira und Übernahme sämtlicher Kosten von ANIMA Hilfe für Tiere e. V. durchgeführt.

    Ärzte-Team von Vetfunchal und Helfer
    Zwei deutsche Tierärzte von der Uni Gießen beteiligten sich ohne Honorar an dieser Aktion. Alle Hündinnen wurden kastriert. Viele Tiere hatten Verletzungen.

    Der Bevölkerung wird weiterhin angeboten,  ihre eigenen Hunde und Katzen kastrieren zu lassen. Leider machten anfangs, im Jahre 1999 , nur wenige davon Gebrauch, zwischenzeitlich sind diese Kastrationsaktionen hoch willkommen und große Teile der Bevölkerung melden ihre eigenen Tiere an und frei lebende Hunde und Katzen werden zur Kastration gebracht. Zuletzt im Jahr 2009 wurden 192 weibliche Tiere auf Kosten von Anima Hilfe für Tiere e. V. kastriert und gechipt.


    Zum ersten Mal hat das portugiesische Tierärzteteam von Vetfunchal die Kastrationen mit digitaler Kamera aufgenommen.

    Als wir die Bilder sahen, war uns mit Entsetzen klar, dass viele Tiere aufgrund ihrer total abgemagerten Körper keine Chance hatten, die Kastration zu überleben.


    Wir entschieden, so schnell als möglich und so viel wie irgend möglich die halb verhungerten Tiere nach Deutschland zu holen. Trotzdem starben in den nachfolgenden Tagen 5 der operierten Hunde.

    Wir wollten Gutes tun und haben mit der Bezahlung von operativen Eingriffen für diese Wesen das Schlechteste erreicht.

    Als die ersten Hunde in Deutschland eintrafen waren wir entsetzt. Noch nie haben wir derartig abgemagerte Tiere gesehen, sie konnten nicht gehen und wenn sie standen, knickten ihre Hinterläufe ein. Eine normale Nahrungsaufnahme war unmöglich, sie hatten verlernt zu fressen. Sie mussten mit der Hand in kleinen Mengen über mehrere Male am Tag gefüttert werden. Unsere Vereinstierärztin kam täglich. Wir freuten uns über jede kleine Besserung und schämten uns für das Land Portugal, das wir mögen und das seine Haustiere doch meist gut behandelt.


    Es wurde allen Beteiligten, einschließlich Vetfunchal auf Madeira klar, dass wir in der Hundeauffangstation auf Porto Santo nicht weiter Tiere kastrieren können, um ihnen wie erhofft, ein Zuhause auf ihrer Heimatinsel als kastrierte Hündinnen zu geben.

    Denn nie wurde eine kastrierte Hündin von dort geholt, höchstens war sie dabei, wenn Hunde zur "Jagdsaison" gebraucht wurden um sie nach Beendigung des Jagens
    auf ein paar Kaninchen, wieder nach dort zu bringen.

    Deswegen erfolgten in den nachfolgenden Jahren Kastrationsaufrufe, die sich direkt an die Tierhalter wenden, um ihre eigenen weiblichen Tiere zur Kastration zu bringen. Denn die dürfen auf Porto Santo frei herum laufen und vermehren sich somit ungewollt.
    Bildergalerie der Kastraktionsaktion auf Porto Santo
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