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Nur wenige Rüden werden zur Zucht verwendet. Allen anderen Rüden wird wie selbstverständlich zugemutet, ein Dasein voll triebbedingter Frustration zu führen. Besonders in der Stadt wird jedoch bei der großen Anzahl abwechselnd läufig werdender Hündinnen der Geschlechtstrieb besonders stark stimuliert. Viele Rüden versuchen, ihren Trieb zu befriedigen und belästigen Erwachsene und Kinder mit Aufreitversuchen an den Beinen, werden von Unruhe geplagt und entwickeln manchmal Zerstörungswut.
Um solchen quälerischen Triebstau zu verhindern, kann der Rüde kastriert werden. Viele Vorurteile werden dagegen geäußert, weil dieser Eingriff „vermenschlicht“ gesehen wird. Dagegen steht die positive Meinung namhafter Hundepsychologen. Dem Rüden entstehen durch die Kastration keine gesundheitlichen Nachteile. Er bleibt bei richtiger Fütterung schlank und wird nicht faul, sondern oft sogar spielfreudiger.
Auch psychische Probleme entstehen nicht, denn der fehlende Geschlechtstrieb wird nicht als solcher realisiert. Darüber hinaus bildet sich nach der Kastration die hormongesteuerte Vorsteherdrüse zurück. Die im Alter häufigen und ernsten Prostataerkrankungen bleiben dem kastrierten Rüden erspart. Auch die bei den meisten Rüden ständig vorkommenden Vorhautentzündungen bleiben dann aus.
Von Tierarzt und Dipl. Biologe Siegmar Metzler, Oberursel/Ts.
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