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Aktualisiert am 22.07.2008

    Meerschweinchen


    Sozialverhalten

    Meerschweinchen sind keine Einzelgänger, sondern Sippentiere. Es sollten mindestens 2, besser noch 3 oder mehr Tiere zusammen gehalten werden. Nur so können Meerschweinchen ihrem Bedürfnis nach Sozialkontakt nachkommen.  Auch Tiere in einer Gruppenhaltung werden zahm, man muss sich nur täglich mit ihnen beschäftigen.  Von einer Kombihaltung, ein Meerschweinchen und ein Kaninchen, ist abzuraten, da beide Rassen ein unterschiedliches Sozialverhalten (Sprache, Lebensweise, Kaninchen nachts sehr aktiv, Meerschweinchen tagsüber usw.), haben.

    Sollte ein neues Tier in die Gruppe integriert werden, ist es hilfreich, das Gehege vorher zu säubern und mit frischen Materialien, wie Wurzel- oder Rindenstücke, Äste,   zu versehen.  Dann werden alle Tiere gleichzeitig zusammen gesetzt. Neugierig wird das Umfeld ausgekundschaftet und Kontakt zu dem Neuling aufgenommen. Es ist wichtig, den Tieren genügend Zeit zu geben, ihre Rangordnung innerhalb der Gruppe festzulegen.

    Unterbringung

    Meerschweinchen brauchen sehr viel Platz, da sie sehr bewegungsfreudig sind. Ebenso viele Schlupfwinkel und Verstecke, da sie von Natur aus Fluchttiere sind, und sich von Unterschlupf zu Unterschlupf bewegen. Konventionelle Käfige sind für eine artgerechte Haltung vollkommen ungeeignet.

    Bei einer Zimmerhaltung von 2 bis 3 Tieren sollte von einer Grundfläche von mindestens 1,50mx0,75m ausgegangen werden.

    Die ganzjährige Außenhaltung ist tiergerecht, allerdings auch sehr anspruchsvoll und aufwendig. Für eine Gruppe von 2 bis 4 Tieren ist zwingend notwendig mindestens eine Fläche von 4 qm plus einer angrenzenden Hütte. Nur so ist eine Strukturierung und Einrichtung möglich, die den Tieren genügend Bewegung im Winter, zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur, und im Sommer genügend Schattenplätze bietet. Siehe auch „Buchempfehlung“.

    Nagebedürfnis

    Meerschweinchenzähne wachsen ein Leben lang, deshalb sind sie auf Nagemöglichkeiten angewiesen, damit sich ihre Zähne gegenseitig abnützen können. Geeignet hierfür sind Heu, Äste von ungespritzten Obstbäumen, Holz- und Rindenstücke. Hartes Brot ist ungeeignet, da es mit Speichel weich wird.

    Ernährung

    Meerschweinchen sind Dauerfresser. Dies ist lebensnotwendig, da diese Tiere einen sehr komplizierten Verdauungsapparat haben.

    Die Fütterung erfolgt drei Mal täglich.

    • morgens genügend frisches Heu und Wasser. Heu ist unverzichtbar, da es aus viel Rohfaser besteht. Die Tiere fressen langsam, kauen viel und es bildet sich genügend Speichel.  Dieser Speichelfluss bewirkt eine gute Darmflora und kurbelt die Verdauung an. Nie Grünfutter morgens!
    • mittags Grünfutter, wie Apfel, Fenchel, Broccoli. Kein Kopfsalat- hoher Nitratgehalt. Meerschweinchen benötigen viel Vitamin C.
    • abends nochmals frisches Heu und getreidefreies Futter. Bei Freilandhaltung ab Herbst zusätzlich Kraftfutter zum Aufbau lebenswichtiger Fettreserven.

    Wasser immer im Tongefäß, nie in einer Wasserflasche, reichen. Diese sind schlecht zu reinigen, Tiere haben beim Trinken eine unnatürliche Kopfhaltung, es wird zu wenig Flüssigkeit aufgenommen. Dies kann zu Nierenschäden führen.

    Nachwuchs

    Viele Tierheime und Tierschutzorganisationen, wie“ Meerschweinchen in Not“, beherbergen eine Vielzahl von Meerschweinchen verschiedenster Rassen und Altersgruppen, deshalb sollte von Nachwuchs abgesehen werden.

    Meerschweinchenbuben können mit 4 Wochen, Weibchen mit 3 Wochen geschlechtsreif werden. Rechtzeitige Trennung verhindert Inzucht mit den verbundenen Risiken wie Miss- und Totgeburten, Zahnstellungsfehler.

    Durch Kastration der männlichen Tiere ergibt sich die Möglichkeit gemischter Grup-pen, ohne unerwünschten Nachwuchs.

    Werden nur männliche Tiere zusammen gehalten, sollten diese auch kastriert werden. Dies bewirkt ein friedliches Zusammenleben, denn im Alter von 1 bis 2 Jahren kommen unkastrierte Tiere ins Ramboalter, Streit ist vorprogrammiert.

    Verliert ein kastriertes Männchen seinen Partner, so akzeptiert er auch im fortgeschrittenen Alter noch einen Artgenossen.

    Buchempfehlung

    Ruth Morgenegg

    Artgerechte Haltung- ein Grundrecht auch für Meerschweinchen

    Tb-Verlag

    ISBN 3-9522661-0-8

    Beinhaltet u. a. zahlreiche Bauanleitungen für Zimmer- und Freigehege

    Auszüge aus diesem Buch dienten auch als Vorlage für diesen Kurzbericht

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