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Aktualisiert am 22.07.2008

    Die "Wohnungskatze", eine besondere Katze?

    'Wir suchen eine "Wohnungskatze", damit sie im Haus bleibt und nicht nach draußen geht.' Eine solche Katze wäre sehr beliebt, weil sie praktisch zu halten wäre.

    Die "Wohnungskatze" ist eine normale Katze, die aufgrund von Haltung und Beobachtung zu erkennen gibt, dass sie mit einer gesicherten Wohnungshaltung glücklich ist. Das sind mehr Katzen als man hinlänglich meint. Sie benötigen ein nicht zu kleines Revier (die Wohnung), evtl. einen abgesicherten Balkon, etwas Standfestes für die Krallenpflege, Gras (eventuell Zyperngras) zum knabbern für den Magen, klumpendes Streu in der Katzentoilette und Abwechselung im Futternapf. (Keinesfalls nur Trockenfutter). Und natürlich einen angenehmen Menschen. Katzenherz was willst du mehr?

    Leider werden die Bedürfnisse der Katzen oft nicht richtig erkannt. Oft heißt es: Kommt die Katze von draußen, muß sie auch einen Platz mit Freigang finden. Wir haben in unserer Tierschutzarbeit die Erfahrung gemacht, daß sich selbst erwachsene Bauernhofkatzen in einer Wohnung wohlfühlen und keinen Sinn mehr für Aktivitäten im Freien haben. Von 100 aufgenommenen Katzen, ist vielleicht eine dabei, die aufgrund von Unruhe zu erkennen gibt, daß sie nach draußen möchte. Das "Nachdraußenschauen" auf der Fensterbank ist kein Anzeichen für Katzenfernweh.

    Wenn wir Katzen im Tierschutz aufnehmen, ist immer eine größere Rundumversorgung angesagt. Die Tiere sind sind meistens vernachlässigt und geschwächt, müssen auf Krankheiten untersucht, therapiert und von Parasiten befreit werden. Dann können sie kastriert und gekennzeichnet (tätowiert oder gechipt) werden.

    Dies bedeutet für den Tierschutzverein Zeit, Aufwand und Kosten. Deswegen können die Katzen dann nicht gedankenlos vermittelt werden. Sie kommen in ein gesichertes Umfeld was allemal eine Wohnung ab der ersten Etage ist.

    Die Katze ist gefährdet durch stark ansteckende Katzenkrankheiten (gegen die selbst eine Impfung keinen 100% Schutz bietet) und durch das hohe Verkehrsaufkommen in unseren Straßen, oft verschwinden Katzen auch spurlos. Bei keiner domestizierten Tierart wird "artgerechtes Leben" so sehr verlangt wie bei einer Katze. (Wer kämpft für freilaufende Hunde??).
    Meistens endet der Freigänger in unserer Gesellschaft aber nicht durch einen schnellen Tod, sondern als Teil einer Rheumadecke oder sogar als Opfertier einer Sektenideologie.
    Denjenigen, die zum Besten geben: "Lieber als Freigänger kurz gelebt, als ein langes Leben als "Wohnungskatze" ist zuzurufen: Bitte lebt Euer eigenes Leben nach dieser Maxime!

    Buchempfehlung: "Glückliche Wohnungskatzen" von Hannelore Grimm. Kosmos Ratgeber Stuttgart.
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